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02. Okt.

Orakel – Was ist das?

Das Orakel von Delphi - das wohl bekannteste Orakel der Welt. Heute sind nur noch Überreste des einst magischen Ortes sichtbar

Das Orakel von Delphi - das wohl bekannteste Orakel der Welt. Heute sind nur noch Überreste des einst magischen Ortes sichtbar

Menschen versuchen seit jeher, für wichtige Entscheidungen und Zukunftsfragen Orakel oder Hellseher aufzusuchen. Orakel kommt aus dem Lateinischen und heißt soviel wie „Sprechstätte“ oder „Götterspruch“. Im Unterschied zur Hellseherei, bei der ja stets auf die Fähigkeiten einer realen Person vertraut wird, adressiert das Orakel seine Fragen immer an eine höhere Instanz.

Das Orakel von Delphi ist sicherlich eines der bekanntesten Beispiele für Orakel des antiken Griechenlands. Auch in China und Tibet hat es aber zahlreiche Orakel gegeben, zumeist wurden dabei Tierknochen, die zuvor im Feuer erhitzt wurden, verwendet. Auch in Form von Karten können Orakel benutzt werden, dazu zählen dann vor allem die Tarotkarten. Und aus jüngster Zeit kennt man Paul die Krake, die während der Fußball-Weltmeisterschaft von 2010 ausnahmslos alle Spiele der deutschen Nationalelf richtig vorhersagen konnte. Ein großes Augenzwinkern ist bei diesem letzten Beispiel natürlich erlaubt.

Überhaupt hat sich die Bedeutung von Orakeln in der heutigen Zeit natürlich enorm verschoben. In der vorchristlichen Zeit hatten sie eine große gesellschaftliche Relevanz und waren die prominenteste Form der Vorausschau. In der Folge traten aber viele andere Möglichkeiten an ihre Stelle: Utopien und Prophezeiungen beispielsweise. Ganz verschwunden sind sie aber nicht – neben Tarotkarten hat vor allem das im alten China entstandene I Ging überlebt, ein Buch, in dem es vornehmlich um Kosmologie und Philosophie geht und das seit jeher als Orakel fungierte und auch in unserer Zeit als solches befragt wird.
Das transzendente Moment der göttlichen Offenbarung fällt im Fall des Kartenlegens oder Hellsehens aber weg, auch wenn beide Praktiken oft als Orakel bezeichnet werden.

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01. Okt.

Das Orakel von Delphi

Bekanntestes Orakel der Welt: das Orakel von Delphi

Bekanntestes Orakel der Welt: das Orakel von Delphi

Das bekannteste Orakel der Welt ist das Orakel von Delphi. Lange Zeit war es in der hellenistischen Welt, aber auch darüber hinaus bekannt und galt sogar als der Mittelpunkt der Welt, nachdem angeblich der Göttervater Zeus es zu eben jenem gemacht hatte. Das Orakel von Delphi war eine der wichtigsten, wenn nicht sogar die wichtigste Pilgerstätte im antiken Griechenland und diente vielen Menschen als Ratgeber. Es durften nicht nur Könige oder Adlige an das Orakel treten, sondern jeder war berechtigt, sich Fragen beantworten zu lassen. Natürlich geschah dies alles überwiegend gegen Zahlung einer nicht unerheblichen Gebühr, beziehungsweise einer Spende.

Das Orakel lag am Berghang des Parnass nahe der Stadt Delphi, welche aufgrund ihrer Bedeutung oftmals Schauplatz von kriegerischen Auseinandersetzungen war, da sich die Kriegsherren einen politischen Vorteil versprachen, wenn sie die Stadt einnehmen würden.
Der Tempel war dem Gott Apollo geweiht, der dafür bekannt war, Streitsachen zu schlichten. So hatte das Orakel tatsächlich großen Einfluss auf die Justiz in der Antike, denn die Stadtstaaten von Athen und Sparta ließen ihre Verfassungen durch das Orakel quasi “absegnen”. Im Tempel gab es eine Pythia, die als Priesterin und Medium dafür zuständig war, die Antworten des Orakels zu empfangen. Dazu wurde sie in einen Trancezustand versetzt, indem sie Gase und Dämpfe von Räucherstäbchen einatmete. Der Orakelspruch der Priesterin war keine klare Antwort, sondern kam eher als Rätsel daher, welches interpretiert werden musste. Dafür zuständig waren zwei Priester, die auf Lebenszeit gewählt wurden und dabei von fünf „Eingeweihten“ unterstützt wurden. Es wird vermutet, dass die Priester über ein ausgeprägtes Informationsnetz verfügten, womit sie ihre Vorhersagen genauer gestalten konnten.

Der Tempel büßte im Laufe der Jahrhunderte jedoch immer mehr an Macht und Einfluss ein, denn die Römer hatten kein großes Interesse mehr an ihm. Mit dem Erstarken des Christentums wurde er gänzlich unbedeutend, und im Jahre 398 nach Christus ließ man den Tempel zerstören.

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